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Dinge oder Geschlechter-Kram

ach ja. die sache mit den geschlechtern. irgendwie stolpere ich immer mal wieder über hitzige debatten zum thema gender-mainstreaming und bekomme so sehr magenkrämpfe über die zum teil sehr dumpfsinnigen unterschiedlichen und sich viral verbreitenden 'meinungen' über - ja, was eigentlich? mich macht das ganz verrückt und vielleicht sogar sauer, wenn ich merke, dass dort eine horde leute irgendeiner daher gesagten meinung hinterherrennt ohne sich mit dem thema auseinander gesetzt zu haben. ähnlich verhält es sich da ja mit der emanzipation. da weiß auch jeder ums pro und kontra zu streiten ohne wirklich verstanden zu haben, dass es dort um gleichberechtigung aller geht und nicht um gegen irgendwen anderen zu sein oder gar irgendwem irgendwelche persönlichen unterschiede streitig zu machen. nun denn, ich mag eigentlich über die lustigen aber mich auch zum nachdenken anregenden gespräche mit dem sohnemann schreiben. schon länger wünscht sich niila ein baby. das will er wie ein befreundetes baby benennen. irgendwie ging ich erst davon aus, er würde wollen, dass ich eins bekomme aber nee, stimmt nicht. ER will ein baby und es natürlich stillen und tragen und lieben und trösten und was er nicht alles aufzählt. ja, denk ich mir. moment mal, stillen? 'ja, ich stille es dann an meiner brust wie alle mütter.' - öhm. ich bin sofort verzückt und traurig gleich zeitig. ich überlege kurz, ob ich schnell nach transsexuellen googlen soll, die stillen können. ob ich dem sohn sage, dass männliche menschen garnicht gebären können. ob ich das überhaupt irgendwie gerade JETZT richtig stellen muss? für wen das eigentlich wichtig ist? ob ich ihm jetzt schon sage, dass (beinah) egal was er will, ich ihn immer unterstützen werde?

ich hab mich dann gegen irgendwelche kommentare dazu entschieden. ich strahle ihn immer einfach an und erzähle ihm, wie ich es fand als er noch in meinem bauch war und ich ihn auch noch stillte. einige wochen vergingen. ich überlegte mir zwischenzeitlich mit ihm eine puppe auszusuchen, da er offenbar ein bedürfnis hat, eine rolle auszuleben, die er so in unserem umfeld gerade mitbekommt. und da haut er mir aus dem nichts plötzlich eine simple frage um die ohren 'warum hab ich eigentlich hoden mama?' - 'öhm, jungs haben einfach hoden.' -'warum?' - 'ja, das hat die natur sich so ausgedacht. fand die praktisch, dass männer hoden haben.' - 'und was macht der hoden?' - alter, denk ich mir, kind du bist nicht mal 4. was soll, kann, muss ich dir erzählen?! - 'ja, da ist später, wenn du etwas älter bist, sperma drin. damit kannst du dann babies machen, wenn du willst.' - himmerarschundzwirn, ich fühl mich unvorbereitet, denk ich mir. improvisieren, so garnicht mein ding. hoffentlich ist das gespräch hier zu ende, hoff ich. - 'ach so.' sagt er zufrieden und ich entspanne kurz während ich denke 'das war cool.' - dann 'mama, jetzt bin ich ein junge aber wenn ich groß bin, bin ich eine frau.' - 'ach ja?' - 'ja.' - 'ok!' sage ich und frage mich, wie sich das wohl tatsächlich noch so mit ihm entwickelt und ob das alle irgendwie mal durchleben/erzählen/aussprechen.

ich erinnere mich, wie ich als kind gerne 'ein junge war'. ich mochte, wenn man mich dank igel-frisur (hello 80's) für einen jungen hielt. ich spielte gerne mit jungs und steckte mir irgendwann auch mal tücher in die unterhose damit ich männlicher war. ich mochte lego, autos, matsch, raufereien und he-man. aber ich mochte auch all den anderen kram wie kleider, barbies und glitzerschminke. und mädchen-freunde hatte ich auch. ab und zu wünsche ich mir sogar immernoch, ich wär ryan gosling oder irgendein anderer typ mit bart, tattoos und gitarre. ich denke, die meisten glauben, ich sei verknallt in solche leute aber eigentlich sind das eher wunschkörper meines männlichen ichs. :)

nicht das ich mich meines geschlechtes nicht erfreue aber ich frage mich, ob ich mich als irgendein geschlecht empfinde. frage mich, wie man sich 'als frau' zu fühlen hat. frage mich, welche rolle ich durch meinen menstruierenden körper aufgedrückt bekomme. frage mich, ob man sich nicht grundsätzlich gegen alle rollen wehren sollte oder ob man sich nicht einfach eine rolle aussucht, die einem am besten passt. frage mich ob mir das alles nicht auch ein bisschen egal ist und eben auch sein sollte.

fragen über fragen. gender und so. kinder. leben. hirne. irre. - pfff.