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Dinge oder Brief an einen Schmetterling.

IMG_5384.jpgIMG_5385.jpgIMG_5387.jpgja, da gehe ich zum fenster und will das rollo schließen, sitzt er da, unscheinbar und einfach so. braun-grau-schwarz. ich halte ihn erst für einen nachtfalter. plötzlich, so aus dem nichts heraus, öffnet er langsam seine flügel. er scheint mich gesehen zu haben, denn der alte angeber zeigt sich lange und ausgiebig. falls er mich für einen seiner fressfeinde hält und mich so vertreiben will, sollte ihm mal jemand sagen, dass er nicht bedrohlich, sondern äußerst anziehend aussieht.

ich heule beim bearbeiten der bilder. ich weine wegen der schönheit eines schmetterlings. weil das leben mitsamt der vielfalt ein wunder ist. und ich weine deinetwegen. pünktlich zum wochenende leuchtet deine mail auf meinem oberen, rechten bildschirmrand auf. ich hab mit nichts anderem gerechnet, auch wenn das eine recht neue nummer/art der kommunikation/beziehung zwischen uns ist. betrunken bist du. offen. umschmeichelnd. witzig. selbstbewusst. da. nah. wie immer, nein, eher so, wie ich dich auch kenne.

weißt du, nach all der zeit, den ganzen jahren, in denen wir halb geschwiegen haben, aber immer wieder hinsehen mussten, ja, nach all der zeit, bist du immer noch du. und ich frage mich, bei all dem abstand, den ich dir und mir vorspiele, bin ich noch das ich von damals? und wenn nicht, warum zur hölle funktioniert das wir-sein anscheinend immer noch so hervorragend, so als wäre nicht ein einziger tag vergangen?

ich sehe dich. also nicht nur deine weitgeöffneten flügel, die wie verrückt schillern, funkeln und beeindrucken. ich sehe dich und was darunter ist. ich sehe deine ängste, deine sorgen, deine verzweifelten versuche, dich mit selbstliebe zufüllen. ich sehe, dass du mich brauchst. auf eine ganz fiese weise (miss)brauchst, für etwas, was mit mir rein garnichts zu tun hat. damals hat mich das verletzt, heute frage ich mich, was für ein inneres leid in dir sein muss, dass du so sehr abhängig von fremder liebe zu sein scheinst. ich wundere mich über mich selbst. darüber, dass ich noch mit dir rede, dass ich dir trotzdem irgendwie verzeihe, dass ich dich einfach nicht entfernen und blockieren kann, dass auch ich dich vielleicht noch irgendwie (miss)brauche.

ich hab dich retten wollen, mit aller kraft. ich wollte mit ganzer seele, dass du mich rettest. nun denn, eine weile nach dem ich dich zurück gelassen hatte, hatte ich angefangen mich selbst zu retten. mag sein, dass ich sehen will, wie du dich rettest.

ich hab dir natürlich geantwortet auf die mail im oberen, rechten bildschirmrand. ich hab mir die bilder von dem see und dem lagerfeuer angeschaut, welche du gesendet hast. du weisst, dass ich weiß, dass du weißt, wie sehr ich seen und feuer mag.

ich vermisse den lagerfeuergeruch in meinen haaren.

bis zum nächsten wochenende, mein freund.