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Dinge oder Als mein Sohn dachte, ich würde ihn schlagen

ok. es sind ein paar tage, ja eher schon wochen vergangen, bis ich jetzt bereit bin darüber zu schreiben. es war laut und hektisch zu hause. wir waren zu viert. zwei erwachsene, zwei kinder. die stimmung war geladen und alle irgendwie schon durch den tag weg gestresst. es gab immer wieder zoff zwischen meinem sohn und seinem freund, der nur durch kurzes trösten unterbrochen wurde. irgendwann stritten sie sich um und schlugen sich mit einer plastikballpumpe und mir platzte schlussendlich der kragen nachdem ich mehrfach erfolglos versucht hatte diese auseinandersetzung konstuktiv zu lösen.

ich rannte mit schnellem, festen schritt in die kampfeszohne, sagte (eher brüllte ich wahrscheinlich) laut S T O P und riss, bevor sie mich traf, die pumpe aus der hand meines sohnes und hielt sie dann in die luft. er lies sich sofort auf die knie fallen und schrie im affekt mit furchtbarer angst in der stimme: 'nein - nein - nein, nicht schlagen!'. ich war geschockt.

ich hatte tränen im anschlag, einen monsterkloß im hals, ich zitterte. niila war völlig aufgelöst, der freund wusste gar nicht was passiert war. ich fragte den sohnemann sofort, ob er dachte, ich würde ihn schlagen, fragte warum er das glaubte, nahm ihn in den arm und versicherte, dass ich das nicht tun würde. er beruhigte sich schnell und spielte unbeeindruckt weiter, ich jedoch hab auch jetzt noch den kloß im hals, die tränen im auge und ein beklemmtes gefühl in der brust.

später beim zu bett gehen sprachen wir noch mal über die situation. ich versuchte herauszufinden, wo er das so schon mal erlebt hatte, dass es so eine reaktion erwartete. ob er das mal irgendwo beobachtet hatte. wie diese angst für ihn war. es schien ihn nicht halb so zu beschäftigen wie mich.

ich hatte am ende des tages noch angefangen mich selbst zu überprüfen. habe erkannt, wie bedrohlich ich gewirkt haben muss. habe mich an die schläge erinnert, welche ich in meiner kindheit, voller angst, irgendwann auch ohne angst, eingesteckt habe. ich habe ziemlich deutlich gespürt, wie ich mich selbst in ihm gesehen habe und wunderte mich, wie mein damaliges gegenüber nicht sofort erschüttert zusammen gezuckt ist und damit aufgehört hatte.

diese situation hat in mir eine enorme welle losgetreten. ich erlebe immer wieder (häusliche) gewalt auf der straße oder bei den nachbarn, die häufig entsetzlich laut schreien, und ich weiß nicht so recht,  wie ich angemessen darauf reagieren kann. also eben auch so, dass ein langfristiger schutz für den unterlegenen hergestellt werden kann. das soll sich demnächst mit konkreten maßnahmen ändern. ich werd bestimmt noch darüber berichten.

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